Hallenbad: SPD will Bürger befragen

(vom 09.03.2016)

Elmshorner Nachrichten - Montag, 07.03.2016

Soll saniert oder neu gebaut werden? Fraktion wünscht sich mehr Meinungen

Das Elmshorner Hallenbad ist seit über neun Monaten geschlossen. Dass das keine Dauerlösung sein kann, darüber ist sich die Politik einig. Jetzt stellt sich die Frage, ob das Bad saniert und modernisiert oder gleich abgerissen und neugebaut werden soll. Für diese Entscheidung fehlen Thorsten Mann-Raudies, Sprecher für Stadtwerkepolitik in der SPD-Fraktion, allerdings Kenntnisse über die öffentliche Meinung.

„Wir wissen sehr genau, was Schwimmsportvereine und Schulen vom neuen Hallenbad erwarten. Jetzt wollen wir dieses Wissen durch die Bedürfnisse der Bürger ergänzen", schreibt er in einer Stellungnahme. Die Elmshorner Sozialdemokraten haben für den heutigen Stadtwerkeausschuss einen Antrag gestellt. Die Stadtwerke werden darin aufgefordert, eine Öffentlichkeitsveranstaltung anzubieten, bei der alle Interessierten ihre Ideen und Anregungen loswerden können.

Vom Bedürfnis der Bürger nach einer Teilhabe am Entscheidungsprozess hat Mann-Raudies vor allem in den sozialen Netzwerken erfahren. „Die Meinungen gehen dort total durcheinander", berichtet er. „Manche wünschen sich ein Erlebnisbad wie das Arriba in Norderstedt, andere wollen einfach nur in Ruhe ihre Bahnen schwimmen." Dieses breite Spektrum an Meinungen aus der Bevölkerung möchte Thorsten Mann-Raudies in der Diskussion abgebildet wissen - „einfach damit die Beschwerden nicht hinterher kommen, wenn alles schon längst beschlossen ist".

Auch Bürgermeister Volker Hatje stünde seinem Vorschlag aufgeschlossen gegenüber, erzählt Mann-Raudies. Stadtwerkechef Sören Schuhknecht möchte Mann-Raudies Vorgehen nicht bewerten und die Entscheidung des Ausschusses abwarten. Grundsätzlich seien die Stadtwerke aber offen für konstruktive Vorschläge. „Wenn diese Vorschläge der Sache dienen, finde ich Bürgerbeteiligung richtig gut. Sie ist aber immer auch mit der Gefahr verbunden, Enttäuschungen zu produzieren."

Was Schuhknecht damit sagen will: Nachdem die Bürger ihre Ideen mitgeteilt haben, müssen die Politiker eine Entscheidung treffen, die nicht auf Luftschlössern, sondern auf Fakten beruhen muss. Oder anders gesagt: Elmshorn muss sich sein neues Schwimmbad leisten können.

Elmshorner Hallenbad: Keine eierlegende Wollmilchsau Elmshorn

In der heutigen Sitzung des Stadtwerkeausschusses will die SPD-Fraktion über eine Öffentlichkeitsveranstaltung zum Thema Hallenbad abstimmen. Neben der grundsätzlichen Fragestellung „Neubau oder Sanierung" sollen die Bürger nach der Vorstellung von Thorsten Mann-Raudies, Sprecher für Stadtwerkepolitik in der SPD-Fraktion, auch ihre Wünsche und Ideen für ein neues Hallenbad einbringen können.

Stadtwerkechef Sören Schuhknecht warnt allerdings davor, mit einer solchen Beteiligungsveranstaltung bei den Bürgern falsche Hoffnungen zu wecken. Die Stadt müsse sich ihr neues Schwimmbad leisten können. Das sieht auch Thorsten Mann-Raudies so: „Es hilft niemandem, wenn wir am Ende eine eierlegende Wollmilchsau haben, aber der Schwimmbadeintritt 25 Euro kostet. Das will niemand."

Auch das Unternehmen, das die Kosten für eine Sanierung und einen Neubau kalkulieren soll, habe darauf hingewiesen, dass Elmshorn wie eine Spinne mitten in einem Netz zahlreicher Freizeitbäder in der Umgebung sitze. „Da müssen wir uns die Frage stellen, ob eine Stadt, in der der Schwerpunkt auf Sportschwimmen und Schulsport liegt, ein Spaßbad braucht."

„Wir wollen, dass sowohl der Schwimmsport als auch die Schulen in dem neuen Hallenbad ihre Ausbildung und ihr Training durchführen können", sagt Mann-Raudies. Dazu, das habe die erwähnte Umfrage unter Sportvereinen und Schulen gezeigt, gehöre eine Sprunganlage, fünf Schwimmbahnen mit jeweils 25 Metern Länge und unter Umständen auch ein Hubboden.

Es gibt also einiges zu überlegen und zu kalkulieren. Mann-Raudies bezweifelt, dass eine Entscheidung über Sanierung oder Neubau wie angekündigt noch vor den Sommerferien fallen wird. Schließlich dauere allein die Berechnung der Kosten bis Mai - und erst dann könnten die Fraktionen ernsthaft in die detaillierten Beratungen einsteigen.

Erst einmal geht es in der heutigen Sitzung aber voraussichtlich um das Thema Bürgerbeteiligung. Der Stadtwerkeausschuss tagt öffentlich ab 18 Uhr im Konferenzraum der Stadtwerke. cop